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For You


Story 1

Kapitel 1

*aus der Sicht von Hannah*

„Au!“, kreischte ich als Tom mir seinen Ellenbogen in die Seite rammte. „Ich hab dich was gefragt“, sagte er und klang eingeschnappt. Ich rollte mit den Augen und versuchte mich zu konzentrieren. „Was?“, fragte ich genervt. „Blaues oder rotes Cappi?“ Erneut rollte ich mit den Augen, drehte mich um und ging in Bills Zimmer. „Wir verpassen den Bus.“, murmelte ich. Tom jaulte noch irgendetwas, ich ignorierte sein Gerede allerdings. Bill schlief tief und fest und atmete schwer. Leise ging ich zu seinem Schreibtisch, suchte nach Stift und Papier und kritzelte eine Nachricht.
 

Heeey Billy!
WIE KANNST DU MICH MIT TOM ALLEIN LASSEN?

Werd wieder gesund, ja?

Ich denk an dich wenn ich in der Schule hock.

Küüüsschen Hannah


 

„Kommst du?“, flüsterte Tom und stand grinsend in der Tür. Er hatte ein grünes Cappi auf und ich musste schmunzeln. Schnell legte ich den Zettel aufs Nachtkästchen und tappste auf Zehenspitzen hinaus. Am Weg zur Busse quatschte Tom mich mit seinen philosophischen Gedanken, wie er es zu sagen pflegte, voll. „Tom?“, unterbrach ich ihn irgendwann halblaut. „Was gibt’s?“ „Vielleicht ist der aufgefallen, dass ich heute geistig nicht ganz da bin.“ „Wann bist du das schon?“, lachte er. Ich schaute ihn traurig an und er verstand sofort, dass ich keine Witze machte. Sofort blieb er stehen, setzte seinen fürsorglichen Blick auf und nahm meine Hände in seine. „Was bedrückt dich?“ Ich seufzte und erzählte ihm was ich am Morgen erlebt hatte.




“HALTS MAUL VERDAMMTER KÖTER!“, brüllte mein Vater und gab meinem Hund einen tritt. Ich kniete mich hin und Scotty lief in meine Arme. Er wimmerte leise und ich vergrub mein Gesicht in seinem Fell. Mit schnellen Schritten kam Papa aufs und zu, packte Scotty am Halsband und zerrte ihn von mir weg. Durch diese Bewegung kam er ins Schwanken, somit erkannte ich dass er mehr getrunken hatte als erwartet. Wütend brüllend trat er meinen Hund immer und immer wieder. Ich ballte meine Hände zu Fäuste, lief auf ihn zu und schlug auf ihn ein, doch er spürte es kaum. Ohne mir auch nur einen Blick zu würdigen stieß er mich weg und schlug Scotty weiter. Ich kam unsaft auf meinem Hintern auf und stieß mir den Kopf an irgendeiner Kante. Wie in Trance rollte ich mich zusammen und wartete bis es aufhörte. Die Tränen rollten über meine Wangen und ich hielt mir die Ohren zu. Doch als ich bemerkte, dass das schreckliche Winseln meines Hundes aufgehört hatte, die Schreie meines Vaters jedoch noch nicht, blickte ich auf. Ich konnte nicht viel erkennen, da ich durch die Tränen nur verschwommen sah, konnte aber die Blutlacke auf dem Boden sehen. Plötzlich kam meine Mutter hysterisch schreiend herein und zerrte mich aus dem Raum. Bevor ich verstehen konnte was passiert war nahm sie mich weinend in die Arme und flüsterte Dinge wie „Es tut mir leid“, „Schau nicht hin“ und ähnliches. In diesem Augenblick der Verwirrung wurde mir bewusst, dass mein Hund tot war.


„Oh Gott Hannah das... Tut mir so leid“, flüsterte Tom und nahm mich in die Arme. „Ist schon gut, wir müssen zum Bus. Ich wollte das nur mal loswerden.“ Ich lächelte ihn an und meinte es auch ernst. Es tat gut mit Tom zu reden. Er war zwar meistens eher nicht der seriöse Typ, aber wenn’s drauf ankam wusste er immer sofort wann ich Hilfe brauchte. Mein bester Freund eben. Natürlich durfte ich Bill nicht vergessen, seinen Zwillingsbruder. Aber wie Tom natürlich auch wusste, empfand ich für Bill anders. Ich war mir zwar noch nicht genau im Klaren darüber was genau das für Gefühle waren, aber das würde ich noch herausfinden, mit der Hilfe von Tom. Bei der Busse angekommen saß dort plötzlich ein Mädchen das wir nicht kannten. Normalerweise waren die Zwillinge und ich die einzigen an dieser Haltestelle. Sie sah mich kurz schüchtern an, dann zu Boden und kurz darauf zu Tom. Bei ihm blieb ihr Blick ein bisschen länger hängen und ich musste schmunzeln. Das war so typisch. Zum Glück bekam Tom das nicht mit, sonst hätte ich mir während der ganzen Busfahrt anhören können wie toll er nicht ist. Mein bester Freund stupste mich an und flüsterte: „Hannah schau mal. Da hockt ein fremdes Mädchen.“ Sein nervöser Ton brachte mich zum lachen und ich zog ihn an der Hand zu der Bank wo die Neue saß. Ich streckte ihr die Hand entgegen. „Hey, ich bin Hannah, das ist Tom. Wir haben dich noch nie hier gesehen, da dachten wir wir stellen uns mal vor.“ Sofort lächelte sie mich an und ich verspürte augenblicklich Sympathie. Sie schüttelte meine Hand, dann Toms und erklärte uns dass ihr Name Lisi war. Viel mehr wollte sie anscheinend nicht von ihr preisgeben, was ich verstand, schließlich waren wir Wildfremde. Im Bus saß sie hinter Tom und mir, sprach aber nicht mit uns. In der Schule mussten Tom und ich uns diesmal nicht von Bill trennen, der in einer anderen Klasse als wir beide waren. Der Schultag verlief wie jeder andere und ich versuchte mich von dem Erlebnis vom Morgen abzulenken. Das gelang mir mit Unterricht und Tom an meiner Seite natürlich sehr gut und als ich nach der Schule das Mädchen, das wir heute morgen flüchtig kennen gelernt hatten wieder allein an der Busse stehen sah, ging ich mit Tom auf sie zu.